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Wir über uns

Seit 1983 setzt sich die Unabhängige Homosexuelle Alternative e. V. als gemeinnütziger Trägerverein des Magnus-Hirschfeld-Centrums (mhc) für homosexuelle Menschen bei der Bewältigung der mit ihrer sexuellen Orientierung verbundenen individuellen und gesellschaftlichen Probleme ein.

Das mhc als ein Beratungs-, Kommunikations- und Kulturzentrum bietet für Lesben und Schwule eine Plattform, auf der vielfältige Kontakt-, Beratungs- Hilfs- und Emanzipationsangebote mit dem Ziel der Gleichstellung für homosexuelle Menschen möglich werden. Gemäß dem Diversity Aspekt kommen Vielfalt und Verschiedenheit bei der Arbeit im mhc und der Förderung von Gruppen eine große Bedeutung zu. Die Vielfältigkeit der Ansätze ermöglichen Lesben und Schwule verschiedene Zugänge zu kommunikativen, kulturellen beraterischen Angeboten.

Damit wird gesellschaftliche Chancengleichheit und positive Wertschätzung von Heterogenität intendiert. Mehr als 30 lesbisch-schwule Gruppen und Selbsthilfegruppen treffen sich regelmäßig in den Räumen des Zentrums und bilden somit eine Grundlage für die Vermittlung der Nutzer und Nutzerinnen der Beratungsstellen.

Vor dem Hintergrund der sozial und kulturell ausgeprägten Geschlechterrollen haben in einem lesbisch-schwulen Verein die Bemühungen um die Gleichstellungsperspektive (Gender Mainstreaming) von Frauen und Männern in Entscheidungsprozessen und Kommunikation eine besondere Bedeutung und Beachtung.

Das mhc als Gesamtkonzept bietet allen homosexuellen und bisexuellen Frauen und Männern in Hamburg und Umgebung einen Ort, sich im Café, als externe Nutzer-Gruppen und Selbsthilfegruppen und angeleiteten Themengruppen zu treffen, Erfahrungen auszutauschen, soziale Beziehungen zu knüpfen und Teil einer lesbisch-schwulen Gemeinschaft zu sein.
Ein großer Teil der Arbeit des Hauses wird durch ehrenamtliches Engagement unterstützt, wobei ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbst Multiplikator und Multiplikatorinnen in ihrem sozialen Umfeld sind und somit ihrerseits zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz von Lesben und Schwulen beitragen.

Die mhc-Beratung bietet professionelle psychosoziale Unterstützung für lesbische, schwule und bisexuelle Ratsuchende, deren Angehörige, Freunde und Multiplikatoren in Hamburg an. Damit hält sie ein homosexuellenspezifisches Angebot vor, auf das andere Stellen im Hamburger Versorgungsnetz nicht oder kaum ausgerichtet sind und auf das sie verweisen können. Umgekehrt fungieren das mhc-Beratung und das mhc als Teil dieses Versorgungsnetzes seinerseits als Verweisinstanz bei weitergehendem oder spezifischem Bedarf.


Schwule Männer haben im Laufe ihrer Biographie in und über das Coming-Out hinaus, krisenhafte Belastungen zu bewältigen. Dies zeigt sich beispielsweise in der Auseinandersetzung mit ihrer gleichgeschlechtlichen sexuellen Orientierung, HIV und Aids, alltägliche Traumatisierung durch verinnerlichte Homophobie, verunsicherte Geschlechtsrollenidentität, gesellschaftliche Diskriminierungen, Stigmatisierungen, fehlende Vorbilder für Partnerschaften und fehlende Modelle für das Älterwerden.


In einer normativ heterosexuellen Gesellschaft erleben Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle in Bezug auf Partnerschaft, Liebe und Sexualität häufig Unverständnis, Ignoranz und Ablehnung. Aufgrund ihres „Andersseins“ können sie Zielscheibe von Diskriminierung bis hin zu Gewalt werden.

Lesbische Frauen und schwule Männer sehen sich in einer homophoben Gesellschaft dem allumfassenden heterosexuellen Erwartungsdruck ausgesetzt, gegen den sie sich stellen müssen, um ihren eigenen gleichgeschlechtlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Das Gefühl „anders“ zu sein kann sich identitätsblockierend auswirken, besonders vor dem Hintergrund der weiblichen Sozialisation, in der die heteronormative Rollenzuschreibung eine doppelte Diskriminierung beinhaltet: als Frau und als lesbische Frau. Aus der weiblichen Rolle heraus können beispielsweise Schuldgefühle, defensive Zurückhaltung, Konfliktangst und Wutverbot erwachsen, die die psychosexuelle Entwicklung zu einer großen emotionalen Herausforderung mit zum Teil ernsten Schwierigkeiten und Konflikten macht. Diskriminierungserfahrungen im Familien- Freundes- und Kollegenkreis lassen das Coming-Out zu einem lebenslangen Prozess werden, das eine stabile Ich-Stärke erfordert.

Die Beratungsstelle macht ein Angebot, die mit der psychosexuellen Entwicklung verbundenen zum Teil komplexen und schwerwiegenden Verunsicherungen und Problemstellungen mit den Betroffenen zu klären und zu stabilisieren. Auf der Basis des Gesundheitsförderungskonzeptes der strukturellen Prävention als Verhaltens- und Verhältnisprävention, nach dem Gesundheit (gem. WHO) als psychisches und soziales Wohlbefinden definiert ist, setzt die psychosoziale Beratungsarbeit diesen gesellschaftlich bedingten Risikofaktoren für Gesundheit eine primär- bis sekundärpräventive Unterstützung entgegen.

Zielgruppenspezifische lesbisch-schwule Angebote sind im Magnus-Hirschfeld-Centrum durch die Vereinsstruktur und das Café niedrigschwellig, damit Ratsuchende bei ihrer Suche nach Unterstützung an keinen inneren, formalen oder strukturellen Barrieren scheitern müssen. Sonst droht möglicherweise sozialer Rückzug und innere Resignation sowie eine mögliche Verschlimmerung der Belastungen mit negativen Folgen für die Betroffenen und weitreichenderen Belastungen für die Stadt und das Hilfesystem. Die lebenslange Bewältigung des Coming-Out- Prozesses ist Voraussetzung für eine individuelle psychosexuelle Entwicklung einer stabilen Identität (Ich-Stärke), für Selbstwert und den Aufbau tragfähiger sozialer Ressourcen. Durch die Berücksichtigung der Bedeutung des Coming- Outs wird eine adäquate Hilfe in der Beratungsleistung ermöglicht. Die Vielfältigkeit von Problemen im Zusammenhang mit Coming-Out macht deutlich, wie wichtig eine solche psychosoziale Beratung und Begleitung ist. Hauptziel dabei ist, dass Ratsuchende sich in der lesbisch-schwulen Pubertät über die Adoleszenz bis in das Erwachsenwerden besser anzunehmen lernen.

Die Nutzer- Innen der mhc-Beratung finden ein psychosoziales Angebot vor, in dem sie (anonym) Unterstützung zur Befähigung erhalten ihre Interessen, Bedürfnisse und Wünsche, offensiv anzugehen und sich im Sinne von Empowerment (Stärkung, Ermutigung) eigenverantwortlich in ihrer Lebenswelt zu emanzipieren. Emanzipation wird in diesem Zusammenhang verstanden als individuelle Klärung, Bewältigung (-sstrategie) und Integration der eigenen Homosexualität zur Entwicklung einer eigenständigen Lebensperspektive.